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Stücklisten & CNC-Ausgabe

Ein durchgängiger digitaler Workflow endet nicht bei der Konstruktion: Stücklisten, Zuschnittoptimierung und Maschinensteuerdaten lassen sich direkt aus dem CAD-Modell ableiten – ohne erneute manuelle Eingabe an der Maschine.

Von der Konstruktion zur Stückliste

Jedes Bauteil eines 3D-Modells trägt bereits alle Informationen, die für Material, Zuschnitt und Kalkulation nötig sind:

  • Materialliste: Werkstoff, Dicke, Dekor und Menge je Bauteil, automatisch aus dem Modell zusammengefasst.
  • Zuschnittliste: Einzelmaße aller Bauteile inklusive Kantenbearbeitung, als Grundlage für Formatkreissäge oder Nesting-Maschine.
  • Beschlagliste: Benötigte Scharniere, Auszüge und Verbinder je Bauteil, oft direkt mit Bestellnummern des jeweiligen Herstellers verknüpft.

Von der Stückliste zur CNC-Maschine

Die CAM-Software übersetzt die Bauteildaten in maschinenlesbare Steuerprogramme. Gängige Formate im Überblick:

Format

WOP

Typischer Einsatz
HOMAG/WEEKE-Steuerungen
Beschreibung
Herstellerspezifisches Format für Bohr-, Fräs- und Sägeprogramme

Format

MPR

Typischer Einsatz
IMA/Schelling und weitere
Beschreibung
Vergleichbares Maschinenprogrammformat anderer Hersteller

Format

DXF/DWG

Typischer Einsatz
Herstellerübergreifend
Beschreibung
Neutrales 2D-Austauschformat, von den meisten CAM-Postprozessoren lesbar

Format

CSV/XML

Typischer Einsatz
ERP- und Kalkulationssoftware
Beschreibung
Stücklistenexport für Materialbestellung und Kalkulation außerhalb der CAD-Welt

Nesting: Materialoptimierung automatisch

Fragen, die beim Einstieg in automatisiertes Verschachteln (Nesting) häufig aufkommen:

Was bringt Nesting gegenüber manuellem Zuschnitt konkret?

Eine Nesting-Software verschachtelt alle Bauteile eines oder mehrerer Aufträge automatisch so auf der Rohplatte, dass möglichst wenig Verschnitt entsteht – von Hand ist dieses Optimierungsproblem bei mehr als wenigen Teilen kaum noch überschaubar zu lösen.

Wie wird sichergestellt, dass am Ende das richtige Teil in die richtige Baugruppe kommt?

Viele Nesting- und CNC-Programme drucken parallel zum Zuschnitt Etiketten oder Barcode-Labels mit Bauteil-, Auftrags- und Positionsnummer, die direkt auf das ausgeschnittene Teil oder eine Begleitkarte geklebt werden.

Muss jede Bohrung und Fräsung manuell in der Maschinensoftware eingerichtet werden?

Bei einer durchgängigen CAD/CAM-Kette nicht – Bohrbilder, Nuten und Fräsungen werden bereits in der Konstruktion definiert und automatisch in die CNC-Ausgabe übernommen, ohne dass an der Maschine noch einmal von Hand programmiert werden muss.

Weiterführend

Wie das CAD/CAM-Zusammenspiel grundsätzlich abläuft, erklärt die Einführung in CAD/CAM, die Maschine selbst wird im Artikel zum CNC-Bearbeitungszentrum beschrieben.