Holzarten
Steckbriefe zu 43 Massivhölzern – jeweils mit Herkunft, Holzbild, Eigenschaften, Verwendung, Praxistipps und technischer Datentabelle.
Neu hier? Holzarten bestimmen – Merkmale und GrundlagenFarbe, Kern-/Splintholz, Poren, Härte und Dichte richtig einordnen, bevor du ins Lexikon eintauchst.Zu den Grundlagen
Abachi
LaubholzTriplochiton scleroxylon
Abachi ist der „Leichtgewicht-Spezialist“ unter den Importhölzern.

Ahorn
LaubholzAcer spp.
Der Ahorn ist das „Licht der Schreinerei“.

Apfelbaum
LaubholzMalus spp.
Der Apfelbaum ist die „charakterstarke Diva“ unter den Hölzern.

Bangkirai
LaubholzÜberwiegend Shorea laevis
Bangkirai ist das „Schwergewicht des Außenbaus“.

Birke
LaubholzBetula spp.
Die Birke ist ein geschätztes Nutzholz, das vor allem für seine Zähigkeit, Helligkeit und hervorragende Eignung für Schichtwerkstoffe (wie Multiplex) bekannt ist.

Birnbaum
LaubholzPyrus communis
Der Birnbaum ist das „Präzisionsholz“ des Schreinereihandwerks.

Bubinga
LaubholzGuibourtia tessmannii, Guibourtia pellegriniana
Bubinga ist das „Schwergewicht der Luxusklasse“.

Buche
LaubholzFagus sylvatica
Die Buche ist das Rückgrat der europäischen Holzwirtschaft.

Douglasie
NadelholzPseudotsuga menziesii
Die Douglasie ist der „Allrounder des Außenbaus“.

Eibe
NadelholzTaxus baccata
Die Eibe ist die „Legende unter den Hölzern“.

Eiche
LaubholzQuercus spp.
Die Eiche zählt zu den bekanntesten und vielseitigsten Hölzern weltweit.

Elsbeere
LaubholzSorbus torminalis
Die Elsbeere ist die „Königin der Edellaubhölzer“ und erzielt auf Wertholzsubmissionen die höchsten Preise aller heimischen Baumarten.

Erle
LaubholzAlnus glutinosa
Die Erle ist das „Chamäleon der Möbelindustrie“.

Esche
LaubholzFraxinus excelsior
Die Esche ist der Leistungssportler unter den Hölzern.

Fichte
NadelholzPicea abies
Die Fichte ist das „Brotbaumgewächs“ der Forst- und Holzwirtschaft.

Hickory
LaubholzCarya spp.
Hickory ist der „unbeugsame Gigant“ unter den Laubhölzern.

Jatoba
LaubholzHymenaea courbaril
Jatoba ist der „rote Diamant“ unter den Import-Harthölzern.

Kastanie
LaubholzCastanea sativa
Die Edelkastanie ist der „charakterstarke Dauerläufer“.

Kiefer
NadelholzPinus sylvestris
Die Kiefer ist das charakterstarke Arbeitstier unter den Nadelhölzern.

Kirschbaum
LaubholzPrunus avium
Der Kirschbaum ist das „Edelholz der Biedermeier-Zeit“ und steht bis heute für Eleganz und Wärme.

Lärche
NadelholzLarix decidua
Die Lärche ist die „Eiche unter den Nadelhölzern“.

Limba
LaubholzTerminalia superba
Limba ist der „Retro-Star der Tropenhölzer“.

Linde
LaubholzTilia spp.
Die Linde ist das „Heilige Holz“ (Lignum sacrum).

Mahagoni
LaubholzSwietenia macrophylla
Mahagoni ist der „König der Edelhölzer“.

Makore
LaubholzTieghemella heckelii oder Tieghemella africana
Makoré ist das „Edelholz der subtilen Eleganz“.

Meranti
LaubholzShorea spp.
DMeranti ist das „Arbeitstier des modernen Fensterbaus“.

Nussbaum
LaubholzJuglans regia
Der Nussbaum ist das „Juwel“ der Schreinerei.

Okoume
LaubholzAucoumea klaineana
Okoumé ist der „Leichtgewicht-Profi aus Afrika“.

Padouk
LaubholzPterocarpus soyauxii
Padouk ist das „optische Signalfeuer“ unter den Edelhölzern.

Palisander
LaubholzDalbergia spp.
Palisander ist die „Ikone der Edelhölzer“.

Pappel
LaubholzPopulus spp.
Die Pappel ist der „Leichtgewicht-Allrounder“.

Platane
LaubholzPlatanus x hispanica
Die Platane ist der „getarnte Exot“.

Robinie
LaubholzRobinia pseudoacacia
Die Robinie ist das „Kraftpaket für draußen“.

Sapelli
LaubholzEntandrophragma cylindricum
Sapelli ist der „Architekt unter den Tropenhölzern“.

Tanne
NadelholzAbies alba
Die Tanne ist der „harzfreie Klassiker“ unter den Nadelhölzern.

Teak
LaubholzTectona grandis
Teak ist das „ultimative Outdoor-Holz“.

Ulme
LaubholzUlmus spp.
Die Ulme ist der „wilde Ästhet“ unter den heimischen Laubhölzern.

Weide
LaubholzSalix spp.
Die Weide ist der „Meister der Elastizität“.

Wenge
LaubholzMillettia laurentii
Wenge ist der „dunkle Diamant Afrikas“.

Zebrano
LaubholzMicroberlinia brazzavillensis
Zebrano ist der „Extravagante unter den Edelhölzern“.

Zeder
NadelholzCedrus spp.
Zedernholz ist das „Holz der Unvergänglichkeit“.

Zirbe
NadelholzPinus cembra
Die Zirbe ist der „Wellness-Baum der Alpen“.

Zwetschge
LaubholzPrunus domestica
Die Zwetschge ist das „Violett-Juwel der Heimat“.
Holzbestimmung: So erkennst du dein Material sicher
Farbe, Struktur, Härte oder Geruch – Holz lässt sich anhand verschiedener natürlicher Merkmale eindeutig identifizieren. Diese Erkennungsmerkmale sind sowohl für die Holzauswahl als auch für die Qualitätsprüfung im Werkstattalltag entscheidend. Hier findest du die 7 wichtigsten Erkennungsmerkmale auf einen Blick.
1. Farbe und Farbgruppen
Die Farbe ist das erste Erkennungsmerkmal. Bei Kernholzbäumen ist dabei immer die Farbe des Kernholzes entscheidend.
- Weißlich: Ahorn, Birke, Linde
- Gelblich: Fichte, Esche, Douglasie
- Rötlich: Kirschbaum, Erle, Lärche
- Bräunlich: Eiche, Nussbaum
- Dunkel: Wenge, Mooreiche
Tipp: Die Holzfarbe verändert sich mit der Zeit – UV-Strahlung lässt viele Hölzer nachdunkeln.
2. Kern- und Splintholz
Der Querschnitt eines Stammes verrät viel über den Aufbau und die spätere Optik des Holzes. Man unterscheidet drei Hauptgruppen:
- Splintholzbäume (einfarbig): Ahorn, Birke, Erle
- Kernholzbäume (zweifarbig): Eiche, Lärche, Kiefer, Nussbaum
- Kernreifholzbäume: Ulme (Rüster), Fichte
Zuschnitt-Tipp: Der Farbunterschied zwischen Kern und Splint ist bei Kernhölzern deutlich sichtbar. Das ist ein extrem wichtiges Gestaltungsmerkmal beim Aushobeln und Verleimen von Massivholzplatten.
3. Jahresringe und Maserung
Die Jahresringe zeigen das Wachstum des Baumes. Im Längsschnitt aufgeschnitten, ergibt sich daraus die charakteristische Zeichnung des Holzes.
- Deutlich sichtbar: Eiche, Esche, Lärche
- Schwach sichtbar: Birke, Erle, Birnbaum
Daraus resultierende Maserung:
- Stark gemasert: Eiche, Esche, Lärche
- Zarte Maserung: Ahorn, Kirsche, Buche
- Kaum sichtbar: Erle, Birnbaum
Gestaltungs-Tipp: Stark gemaserte Hölzer eignen sich perfekt als optisches Highlight (z. B. für Fronten), während zarte Maserungen Ruhe in große Flächen bringen.
4. Porenstruktur
Die Porenstruktur beeinflusst maßgeblich das Erscheinungsbild, die Haptik und die Oberflächenbehandlung eines Holzes:
- Ringporig (grobe Struktur): Eiche, Esche, Ulme
- Zerstreutporig (feine Struktur): Buche, Birke, Ahorn
- Porenlos (Nadelhölzer): Fichte, Tanne, Kiefer
Fachwissen: Ringporige Hölzer wirken markanter und sind besonders beliebt für rustikale Möbel. Beachte beim Lackieren oder Ölen, dass tiefe Poren deutlich mehr Material aufnehmen!
5. Härte (nach Brinell)
Die Härte (Brinell-Methode / HB) gibt an, wie widerstandsfähig das Holz gegen Druck ist. Grundregel: Je dichter das Holz, desto höher die Festigkeit.
- Weichholz: Fichte, Kiefer, Lärche
- Mittelhart: Ahorn, Birke, Kirsche
- Hartholz: Eiche, Esche, Buche
Werkstatt-Tipp: Harthölzer sind ideal für stark beanspruchte Flächen wie Tischplatten oder Treppen. Sie erfordern aber schärfere Werkzeuge und sollten bei Schraubverbindungen zwingend vorgebohrt werden.
6. Gewicht und Dichte
Das spezifische Gewicht (hier bei ca. 15 % Holzfeuchte) beeinflusst sowohl die maschinelle Bearbeitung als auch das spätere Einsatzgebiet des Holzes.
- Leicht (< 0,43 g/cm³): Fichte, Tanne
- Mittelschwer (0,43–0,72 g/cm³): Ahorn, Birke, Buche, Kiefer
- Schwer (0,72–1,00 g/cm³): Eiche, Esche, Hainbuche
- Sehr schwer (> 1,00 g/cm³): Ebenholz, Pockholz
Kalkulations-Tipp: Das Gewicht ist extrem wichtig für den Transport, die Montage und die Auswahl der richtigen Beschläge (z. B. bei Klappen oder großen Türen). Nutze zur schnellen Berechnung in der Werkstatt einfach unseren Gewichtsrechner.
7. Geruch und Harzgehalt
Ein oft unterschätztes, aber sehr eindeutiges Erkennungsmerkmal. Viele Hölzer verraten sich bereits bei der ersten Bearbeitung durch ihren charakteristischen Eigengeruch.
- Harzig: Fichte, Kiefer, Lärche
- Säuerlich: Tanne
- Gerbsäurehaltig: Eiche
- Süßlich: Rosenholz, Palisander
- Unangenehm (feucht): Nussbaum
Werkstatt-Tipp: Nadelhölzer wie Kiefer besitzen oft Harzgänge. Austretendes Harz verklebt schnell Sägeblätter und Fräser – hier hilft spezieller Harzlöser. Achtung bei Eiche: Die enthaltene Gerbsäure führt in Verbindung mit Eisenmetallen (z. B. Spänen) und Feuchtigkeit zu blauschwarzen Verfärbungen auf dem Holz!
Geeignete Holzarten für den Möbelbau
Im Möbelbau kommen sowohl Nadel- als auch Laubhölzer zum Einsatz. Die Wahl hängt von Optik, Härte, Bearbeitbarkeit und Preis ab.
Holzart
Eiche
- Farbe & Optik
- hellbraun, markante Poren
- Härte
- hart
- Verwendung
- Möbel, Parkett, Küchenfronten
Holzart
Buche
- Farbe & Optik
- rötlich, gleichmäßig
- Härte
- hart
- Verwendung
- Stühle, Tische, Innenausbau
Holzart
Ahorn
- Farbe & Optik
- hell, feinporig
- Härte
- mittel
- Verwendung
- Arbeitsplatten, Fronten
Holzart
Nussbaum
- Farbe & Optik
- dunkelbraun, elegant
- Härte
- hart
- Verwendung
- Designmöbel, Furniere
Holzart
Kiefer
- Farbe & Optik
- gelblich, astreich
- Härte
- weich
- Verwendung
- Landhausmöbel, Türen
Holzart
Esche
- Farbe & Optik
- hell, lebhafte Maserung
- Härte
- hart
- Verwendung
- Möbel, Sportgeräte
Holzart
Birke
- Farbe & Optik
- hell, gleichmäßig
- Härte
- mittel
- Verwendung
- Sperrholz, Schränke
Holzart
Lärche
- Farbe & Optik
- rötlich, harzhaltig
- Härte
- mittelhart
- Verwendung
- Fenster, rustikale Möbel
Praxistipps für Schreiner
- Feuchtegehalt prüfen: Idealerweise liegt er zwischen 8–12 %.
- Zertifizierung beachten: FSC® oder PEFC™ steht für nachhaltige Forstwirtschaft.
- Verwendungszweck bedenken: Innenbereich, Außenbereich oder Feuchtraum benötigen unterschiedliche Holzarten.
- Oberflächen anpassen: Harthölzer wie Eiche oder Buche reagieren unterschiedlich auf Lacke und Öle.
Fazit
Die Kenntnis über Holzarten und ihre Eigenschaften ist ein zentraler Bestandteil im Schreinerhandwerk. Wer weiß, wie man Holz richtig bestimmt und auswählt, kann langlebige, formstabile und ästhetisch ansprechende Möbel herstellen. Die Materialkunde ist somit nicht nur theoretisches Wissen, sondern die Grundlage für präzises Handwerk und hochwertige Ergebnisse.