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Quell- und Schwundrechner

Maßänderung von Massivholz aus Holzart, Jahrringlage, Abmessungen und Holzfeuchte nach DIN 52184 berechnen.

Faserverlauf / Jahrringlagei• Liegende Ringe (Flachschnitt): Jahrringe liegen flach im Brett. Maximale Breitenbewegung, neigt zum Verwerfen. • Stehende Ringe (Riftschnitt): Jahrringe stehen senkrecht. Hohe Formstabilität, bewegt sich in der Breite nur halb so stark! • Mischschnitt (45°): schräg verlaufende Jahrringe, mittleres Schwindmaß.
Abmessungen
Ausgangsfeuchte u₁iDie Feuchte des Holzes beim Zuschnitt in der Werkstatt. Möbelholz liegt meist bei 8–10 %, getrocknetes Bauholz bei ca. 15 %.
%
Zielfeuchte u₂iDie Ausgleichsfeuchte am späteren Aufstellort. Im geheizten Winterwohnraum sinkt sie auf ca. 6–8 %, im feuchten Sommer steigt sie auf ca. 11–13 %.
%
Typischer Einsatzort (Ziel-Holzfeuchte u₂):
Feuchteänderung:+3% (Quellen)
Hirnholz-Querschnitt (Stirnseite)iZeigt das Brett von der Stirnseite mit den charakteristischen Jahresringen. Die gestrichelte Kontur markiert die Ausgangsmaße vor der Feuchteänderung, die ausgefüllte Fläche den neuen Zustand.
Nachher: 151.5 mm (+1.5 mm)Vorher: 150.0 mm
Gestrichelt = Vorher (150.0 mm)
Gefüllt = Nachher (gequollen)

ErgebnisiBerechnet die Maßänderung aus differentiellem Schwundmaß, Jahrringlage und Feuchteänderung nach DIN 52184.

↑ Quellen (Brett wird breiter)
+1.53 mm
Von 150.0 mm → auf 151.5 mm
Neues Endmaß
151.5 mm
Dicke
+0.14 mm
Dehnungsfuge
mind. 2.0 mm
💡 Praxistipp: Bei +3% Feuchte wächst das Brett um +1.5 mm. Plane mind. 2.0 mm Dehnungsfuge ein, damit Füllungen oder Böden nicht klemmen.
📐 Rechenweg & Formel anzeigen (für Profis)
DIN 52184: ΔB = B × (q / 100) × Δu
• Bauteilbreite B = 150 mm
• Schwundbeiwert q = 0.34 % je 1% Feuchte (Liegende Ringe)
• Wirksame Feuchteänderung Δu = +3 %
• Fasersättigungsbereich = ca. 30 %
Rechnung: 150 mm × (0.34 / 100) × 3 = +1.53 mm

Schritt für Schritt: Holzbewegung berechnen

Vier Angaben genügen für eine belastbare Einschätzung nach DIN 52184:

  1. 1

    Holzart wählen

    Jede Holzart hat ein eigenes tangentiales und radiales Schwindmaß. Buche oder Hainbuche arbeiten stark, Nussbaum, Teak oder Mahagoni sind vergleichsweise formstabil.

  2. 2

    Jahrringlage bestimmen

    Liegende Ringe (Flachschnitt) bewegen sich in der Breite am stärksten, stehende Ringe (Riftschnitt) nur etwa halb so viel. Ein Blick auf die Hirnholzseite des Brettes zeigt den Ringverlauf.

  3. 3

    Maße erfassen

    Breite, Dicke und Länge des Bauteils im Ausgangszustand eintragen – in mm, cm oder Zoll.

  4. 4

    Feuchteänderung einschätzen

    Ausgangsholzfeuchte (beim Zuschnitt) und Zielholzfeuchte (am späteren Einsatzort) festlegen, entweder frei oder über einen der Klima-Schnellwahl-Werte.

Typische Zielfeuchte je nach Einsatzort

Die Ausgleichsfeuchte von Holz richtet sich nach Temperatur und relativer Luftfeuchte am Aufstellort. Diese Richtwerte sind im Rechner als Schnellwahl hinterlegt:

Einsatzort

Winter, beheizt

Ziel-Holzfeuchte
≈ 7 %
Beschreibung
Trockene Heizungsluft im Winter – Holz schwindet maximal.

Einsatzort

Wohnraum, normal

Ziel-Holzfeuchte
≈ 9,5 %
Beschreibung
Typisches Raumklima in Wohnräumen im Frühjahr/Herbst.

Einsatzort

Sommer, feucht

Ziel-Holzfeuchte
≈ 12,5 %
Beschreibung
Feucht-warme Sommermonate – Holz nimmt Feuchte auf und quillt.

Einsatzort

Außen, überdacht

Ziel-Holzfeuchte
≈ 15 %
Beschreibung
Carports, Terrassenüberdachungen, Gartenlauben.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Fasersättigungspunkt und warum ist er wichtig?

Oberhalb des Fasersättigungspunktes (je nach Holzart ca. 26–32 % Holzfeuchte) befindet sich nur noch freies Wasser im Zellhohlraum, das keine Maßänderung mehr bewirkt. Erst wenn die Holzfeuchte darunter sinkt, beginnt das Holz zu schwinden – umgekehrt quillt es beim Anfeuchten nur bis zu diesem Punkt. Der Rechner berücksichtigt das automatisch und kappt die wirksame Feuchteänderung an dieser Grenze.

Warum bewegt sich ein Brett mit liegenden Jahrringen stärker als eins mit stehenden?

Holz schwindet und quillt in radialer Richtung (quer zu den Jahresringen) typischerweise nur etwa halb so stark wie in tangentialer Richtung (längs der Jahresringe). Bei liegenden Ringen (Flachschnitt) verläuft die Brettbreite tangential – die stärkste Bewegungsrichtung. Bei stehenden Ringen (Riftschnitt) verläuft sie radial und ist dadurch deutlich formstabiler, aber aufwändiger im Zuschnitt.

Wie groß sollte eine Dehnungsfuge sein?

Als Faustregel gilt: mindestens die berechnete Quellmenge plus 20–30 % Sicherheitsaufschlag, mindestens jedoch 2 mm. Der Rechner gibt diesen Wert direkt im Ergebnis mit aus.

Warum bewegt sich Holz in der Länge (Faserrichtung) kaum?

Längs der Faser liegt das Schwindmaß bei nur etwa 0,01 % je 1 % Feuchteänderung – rund 20- bis 40-mal weniger als quer zur Faser. Bei den meisten Bauteillängen im Möbelbau ist diese Bewegung praktisch vernachlässigbar.

Woher stammen die Rechenwerte?

Die Berechnung folgt dem Grundprinzip der DIN 52184 (Prüfung von Holz – Bestimmung der Quellung und Schwindung). Die hinterlegten Schwindmaße je Holzart sind Näherungswerte aus gängigen Holzartentabellen und können je nach Herkunft, Wuchsgebiet und Trocknung leicht abweichen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Ergebnisse sind Näherungswerte und ersetzen keine statische Berechnung.