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Fichte

Nadelholz· Weichholz· DIN PCAB

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Fichte

Die Fichte ist das „Brotbaumgewächs“ der Forst- und Holzwirtschaft. Als leichtes, elastisches und preiswertes Nadelholz bildet sie die Grundlage für den modernen Holzbau und ist aus keiner Schreinerei wegzudenken.

Herkunft

Fichten sind auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet. Für das europäische Schreinerhandwerk sind vor allem folgende Differenzierungen wichtig:

  • Einheimische Fichte: Schnell gewachsen, oft breitjährig, ideal als Bauholz.
  • Nordische Fichte: Durch das kalte Klima langsamer gewachsen, feinjähriger und dadurch formstabiler. Sehr beliebt für den hochwertigen Innenausbau.
  • Haselfichte: Eine seltene Wuchsform mit welliger Maserung, die als exzellentes Resonanzholz im Instrumentenbau (z. B. Geigenbau) geschätzt wird.

Holzbild

  • Farbe: Sehr hell, fast weiß bis gelblich-weiß.
    • Unter Lichteinfluss dunkelt das Holz deutlich zu einem kräftigen Honiggelb nach.
  • Jahrringe: Sehr deutlich ausgeprägt durch den starken Kontrast zwischen hellem Frühholz und dunklerem, rötlich-braunem Spätholz.
  • Harzkanäle: Im Querschnitt als feine helle Pünktchen erkennbar. Harzgallen sind ein typisches Merkmal und können bei der Bearbeitung austreten.
  • Poren: Als Nadelholz besitzt die Fichte keine Poren (Tracheiden-Struktur), was sie sehr homogen macht.

Das Holzbild wirkt natürlich und rustikal. Besonders im dekorativen Bereich werden oft Äste bewusst als Gestaltungselement eingesetzt.

Eigenschaften

Fichte ist ein weiches und leichtes Nadelholz mit einem exzellenten Verhältnis von Gewicht zu Festigkeit.

Dauerhaftigkeit & Beständigkeit

Wenig dauerhaft (Klasse 4). Ohne entsprechenden chemischen Holzschutz ist Fichte nicht für den direkten Erdkontakt oder ungeschützten Außenbereich geeignet.

Bearbeitung

  • Hervorragend: Lässt sich leicht sägen, hobeln, fräsen und bohren.
  • Verbindungen: Schrauben und Nägel halten gut, Vorbohren ist meist nicht nötig (außer an Kanten).
  • Oberflächen: Sehr gut zu beizen, zu lasieren und zu lackieren. Achtung bei Harzgallen! Diese sollten vor der Endbehandlung mit Harzgallenfräsern entfernt oder mit speziellen Mitteln isoliert werden.
  • Trocknung: Trocknet sehr schnell und neigt nur mäßig zum Reißen oder Verwerfen.

Tipp: Achte auf scharfe Werkzeuge! Da Fichte ein Weichholz ist, werden Fasern bei stumpfen Messern eher gequetscht als geschnitten, was zu unsauberen Oberflächen führt.

Verwendung

Die Fichte ist ein echtes Multitalent und das meistverwendete Holz im Bau- und Möbelwesen:

  • Konstruktionsholz: Dachstühle, Balken, Brettschichtholz (BSH) und Konstruktionsvollholz (KVH).
  • Innenausbau: Wand- und Deckenverkleidungen, einfache Dielenböden, Blindhölzer für Furnierarbeiten.
  • Möbelbau: Preiswerte Massivholzmöbel („Landhausstil“), Innenausbauten von Schränken.
  • Spezialanwendungen: Musikinstrumente (Klangdecken), Palettenbau, Papier- und Zellstoffherstellung.

Besonderheiten

  • Harzaustritt: Auch nach Jahren kann bei Wärmeeinwirkung (z. B. durch Sonne) Harz aus dem Holz austreten. Bei sichtbaren Oberflächen ist dies bei der Holzauswahl zu berücksichtigen.
  • Bläue: Fichtenholz ist im saftfrischen Zustand anfällig für Bläuepilze (optischer Mangel, keine Festigkeitseinbuße).

Praxistipps

Verwenden Sie für den Außenbereich lieber die etwas dauerhaftere Lärche oder Douglasie, wenn kein chemischer Schutz gewünscht ist.

Technische Daten

Rohdichte (12-15%)0,42–0,47 g/cm³
Druckfestigkeit35–50 N/mm²
Biegefestigkeit65–80 N/mm²
Elastizitätsmodul10.000–12.000 N/mm²
Härte (Brinell)12–15 N/mm²
DauerhaftigkeitKlasse 4

Fazit

Die Fichte ist die Basis für fast jedes Bauvorhaben. Für den Schreiner ist sie das ideale Übungs- und Konstruktionsholz: Es istleicht zu bearbeiten, günstig und ökologisch sinnvoll, da es regional in großen Mengen nachhaltig verfügbar ist. Ein unverzichtbarer Werkstoff für alles, was stabil und leicht sein muss.