Die Bandsäge nutzt ein endlos verschweißtes, über zwei oder drei Rollen umlaufendes Sägeband. Anders als die Kreissäge kann sie damit sowohl enge Kurven und Freiformschnitte ausführen als auch massive, dicke Hölzer mit vergleichsweise wenig Kraftaufwand und geringem Schnittverlust auftrennen.
Aufbau
Ober- und Unterrad spannen das Sägeband, bei dreirädrigen Konstruktionen sorgt ein drittes Rad für einen größeren nutzbaren Durchlass bei kompakterer Bauhöhe. Ein verstellbares Bandführungssystem (Ober- und Untermaschine) aus Führungsrollen oder -blöcken stabilisiert das Band unmittelbar über und unter dem Tisch, um seitliches Verlaufen beim Schnitt zu verhindern. Der Sägetisch lässt sich für Winkelschnitte neigen, ein Längsanschlag ermöglicht auch das gerade Auftrennen von Bohlen (Besäumen, Furnierschnitt).
Eigenschaften
- Die schmale Schnittfuge (ca. 1–2 mm gegenüber 3–4 mm bei der Kreissäge) verringert den Materialverlust spürbar – besonders relevant beim Auftrennen von Furnieren oder wertvollem Massivholz.
- Je schmaler das gewählte Band, desto engere Radien lassen sich schneiden – für sehr enge Kurven kommen Spezialbänder ab 3 mm Breite zum Einsatz.
- Die Schnittkraft wirkt ausschließlich nach unten auf den Tisch, wodurch – anders als bei der Kreissäge – kein Rückschlag des Werkstücks möglich ist.
- Die maximale Durchlasshöhe bestimmt, wie dickes Massivholz sich in einem Zug auftrennen lässt (z. B. für Bohlen oder Blockverleimungen).
Verwendung
- Freiform- und Kurvenschnitte, etwa für geschwungene Möbelfronten oder Zargen
- Auftrennen dicker Massivholzbohlen und Blöcke, auch für Furnier in Eigenherstellung
- Ablängen runder oder unregelmäßiger Werkstücke, die auf der Kreissäge keinen sicheren Auflagepunkt hätten
- Besäumen von Baumkanten bei Schwartenbrettern
Verarbeitung
- Bandspannung nach Herstellerangabe einstellen – zu geringe Spannung lässt das Band beim Schnitt seitlich verlaufen, zu hohe Spannung erhöht den Verschleiß von Band und Rädern.
- Die obere Bandführung möglichst dicht über dem Werkstück positionieren (wenige Millimeter Abstand) – das stabilisiert den Schnitt und reduziert die freiliegende, ungeschützte Bandlänge auf ein Minimum.
- Bei engen Radien in kleinen Schritten vorschneiden (Entlastungsschnitte), statt das Band im Bogen zu zwingen – das vermeidet Bandbrüche und Verlauf.
- Sägeband entsprechend Materialstärke und gewünschtem Radius wählen: breite, grobzahnige Bänder für gerade Schnitte in dickem Holz, schmale, feinzahnige Bänder für Kurven und dünnes Material.
Technische Daten
| Raddurchmesser | 300–700 mm (Werkstattmaschinen) |
|---|---|
| Durchlasshöhe | 200–450 mm |
| Bandbreite | 6–35 mm (je nach Radius) |
| Bandgeschwindigkeit | ca. 400–1.200 m/min |
| Schnittfugenbreite | ca. 1–2 mm (deutlich weniger als Kreissäge) |
Fazit
Wo die Formatkreissäge an ihre Grenzen stößt – bei Kurven, dicken Bohlen oder wertvollem Furnier – übernimmt die Bandsäge. Richtig eingestellte Bandspannung und -führung sind dabei entscheidender für die Schnittqualität als bei fast jeder anderen Werkstattmaschine.