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Bohr- und Dübeltechnik

Bohr-, Schleif- und Kantentechnik· DIN EN ISO 19085
ReihenbohrmaschineMehrspindelbohrmaschineDübelbohrmaschine

Ob einzelne Dübellöcher, eine komplette Bohrreihe für Regalbodenträger oder die 35-mm-Topfbohrung für ein Scharnier: Präzise Bohrtechnik entscheidet direkt darüber, ob Beschläge später spannungsfrei und exakt sitzen. Anders als beim Sägen oder Fräsen zählt hier vor allem die Wiederholgenauigkeit des Lochabstands.

Aufbau

Die einfachste Bauform ist die Ständer- oder Tischbohrmaschine mit einer einzelnen, in der Höhe verfahrbaren Spindel. Für Serienarbeiten kommen Reihenbohrmaschinen mit mehreren, im 32-mm-Raster fest angeordneten Spindeln zum Einsatz – 21- oder 32-Spindel-Aggregate bohren so eine komplette Lochreihe für Regalbodenträger in einem einzigen Hub. Spezielle Dübellochbohrmaschinen und Topfbohrmaschinen sind auf die jeweils genormten Durchmesser und Tiefen (z. B. 35 mm Topfdurchmesser für Scharniere) voreingestellt.

Eigenschaften

  • Das 32-mm-System hat sich als Rastermaß für praktisch alle Korpusbohrungen durchgesetzt – Regalbodenträger, Scharnier-Montageplatten und viele Verbindungsdübel folgen demselben Raster.
  • Bei Dübelverbindungen entscheidet die Fluchtungsgenauigkeit zwischen den Bohrungen zweier Werkstücke über die Passgenauigkeit der fertigen Verbindung – schon 1 mm Versatz kann eine Verleimung erschweren.
  • Topfbohrungen für Scharniere benötigen eine definierte Bohrtiefe (meist 11,5–13 mm je nach Scharniermodell), da eine zu tiefe Bohrung die Frontplatte durchstoßen kann.
  • Anschlaglineale und Bohrschablonen ersetzen bei Einzelstücken die aufwendige Reihenbohrmaschine und liefern trotzdem reproduzierbare Lochabstände.

Verwendung

  • Dübelverbindungen für Rahmen, Korpusse und Fügestellen
  • Lochreihen für höhenverstellbare Regalböden (Regalbodenträger)
  • Topfbohrungen für Scharniere und Bohrungen für Montageplatten
  • Vorbohrungen für Konfirmatschrauben und andere Verbindungsbeschläge

Verarbeitung

  • Bohrschablonen und Anschläge vor der ersten Bohrung an einem Reststück testen, um Lochabstand und Tiefe zu verifizieren.
  • Bei Dübelverbindungen beide Werkstückhälften nach Möglichkeit in einer Aufspannung oder mit derselben Schablone bohren, statt Maße zu übertragen.
  • Bohrtiefe konsequent über einen Tiefenanschlag statt nach Augenmaß einstellen, besonders bei dünnen Frontplatten.
  • Bei Reihenbohrungen auf saubere Späneabfuhr achten – zugesetzte Bohrer erzeugen ausgefranste Lochränder statt sauberer Bohrungen.

Technische Daten

Standard-Lochabstand32 mm (Möbelindustrie-Rastermaß)
Bohrspindeln (Reihenbohrmaschine)21 oder 32 (im 32-mm-Raster)
Bohrdurchmesser Dübellöchermeist 8 oder 10 mm
Bohrtiefe Topfscharniermeist 11,5–13 mm
Drehzahl Standbohrmaschineca. 300–3.000 U/min

Fazit

Bohrtechnik wirkt unspektakulär, ist aber die stille Voraussetzung für jede Beschlagmontage – wer sich konsequent am 32-mm-Raster orientiert, spart sich beim Nachrüsten und Kombinieren verschiedener Beschläge viel Mehraufwand.