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Schleifmaschinen

Bohr-, Schleif- und Kantentechnik· DIN EN ISO 19085-8
BandschleiferExzenterschleiferBreitbandschleifmaschineKalibrierschleifmaschine

Schleifen ist der letzte Bearbeitungsschritt vor Lackierung oder Ölung – und der, den der Kunde später als Erstes mit den Fingerspitzen ertastet. Handgeführte Maschinen für Einzelstücke und stationäre Durchlaufschleifmaschinen für Serienarbeit ergänzen sich dabei je nach Werkstück und Stückzahl.

Aufbau

Der Exzenterschleifer bewegt seinen runden Schleifteller sowohl rotierend als auch in einer kleinen kreisenden Zusatzbewegung – diese Überlagerung verhindert die für reine Rotationsschleifer typischen kreisrunden Schleifspuren. Der Bandschleifer führt ein endloses Schleifband über zwei Rollen und eignet sich durch seine geradlinige Schleifbewegung besonders für den groben Materialabtrag entlang der Faser. Stationäre Breitband- und Kalibrierschleifmaschinen ziehen das Werkstück über ein Förderband unter einem oder mehreren breiten Schleifbändern hindurch und liefern damit über die gesamte Werkstückbreite ein gleichmäßiges, kalibriertes Ergebnis.

Eigenschaften

  • Die Köperzahl (Körnung) bestimmt Abtragsleistung und Oberflächengüte: grobe Körnung (P60–P100) für Materialabtrag und Ausgleich, feine Körnung (P150–P240) für den letzten Schliff vor der Oberflächenbehandlung.
  • Beim Schleifen entlang der Faser lassen sich Kratzspuren durch zu grobe Körnung im fertigen Anstrich deutlich sichtbar machen – besonders bei dunkel gebeizten Oberflächen.
  • Kalibrierschleifmaschinen gleichen kleine Dickenunterschiede in Leimholzplatten aus und übernehmen damit teils die Funktion eines Dickenhobels für dünnere Werkstücke.
  • Beim Schleifen entsteht besonders feiner, weit in der Luft schwebender Feinstaub – eine leistungsfähige Absaugung direkt am Werkzeug ist hier wichtiger als bei fast jeder anderen Bearbeitung.

Verwendung

  • Oberflächenvorbereitung vor Lackierung, Ölung oder Wachsbehandlung
  • Kalibrieren von Leimholzplatten und furnierten Bauteilen auf einheitliche Dicke
  • Verrunden und Brechen von Kanten vor der Endmontage
  • Zwischenschliff zwischen einzelnen Lackaufträgen

Verarbeitung

  • Körnung schrittweise steigern (z. B. P80 → P120 → P180), statt direkt mit feiner Körnung zu beginnen – so bleibt der tatsächliche Materialabtrag kontrollierbar.
  • Beim Handschliff stets in Faserrichtung arbeiten, nie quer dazu, um sichtbare Querkratzer zu vermeiden.
  • Schleifpapier und -bänder rechtzeitig wechseln – zugesetztes Schleifmittel poliert statt zu schleifen und erzeugt Wärme, die bei manchen Klebstoffen und Furnieren zu Schäden führen kann.
  • Absaugung am Schleifwerkzeug konsequent nutzen; Feinstaub aus dem Schleifprozess zählt zur besonders gesundheitsrelevanten Belastung (siehe Absaugtechnik & Arbeitssicherheit).

Technische Daten

Körnung GrobschliffP60–P100
Körnung Feinschliff (vor Lackierung)P150–P240
Bandgeschwindigkeit Breitbandschleiferca. 15–25 m/s
Durchlasshöhe Breitbandschleifermeist 3–225 mm
Sicherheitsnorm stationärDIN EN ISO 19085-8 (Bandschleif- und Kalibriermaschinen)

Fazit

Schleifen entscheidet über den ersten Eindruck jeder fertigen Oberfläche – wer Körnung Schritt für Schritt steigert und konsequent in Faserrichtung arbeitet, vermeidet die häufigsten sichtbaren Fehler vor der Lackierung.