Lasuren sind pigmentierte, aber halbtransparente Anstriche für Holz im Außenbereich: Anders als deckende Farben bleibt die Holzmaserung sichtbar, während enthaltene Pigmente vor allem vor UV-Strahlung schützen. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Bauarten, die sich in Schutzwirkung und Eignung deutlich unterscheiden.
Zusammensetzung
Dünnschichtlasuren haben einen geringeren Bindemittelanteil und ziehen wie ein Öl in die Holzoberfläche ein, statt einen geschlossenen Film zu bilden – dadurch bleiben sie offenporig und atmungsaktiv. Dickschichtlasuren enthalten einen deutlich höheren Festkörperanteil (über 35 %) und bilden einen zusammenhängenden, lackähnlichen Film auf der Oberfläche, der mehr Schutz bietet, aber auch weniger flexibel ist.
Eigenschaften
- Dünnschichtlasur zieht ins Holz ein und bleibt atmungsaktiv – ideal für Hölzer, die sich mit der Witterung bewegen dürfen, etwa Zäune, Gartenhäuser oder Sichtschutzwände, bei denen kein enges Maß gehalten werden muss.
- Dickschichtlasur schützt Fenster- und Türrahmen deutlich besser vor Verwitterung, kann aber bei nicht maßhaltigen, stark arbeitenden Hölzern mit der Zeit abplatzen, weil sie sich nicht so stark dehnen kann wie das darunterliegende Holz.
- Der UV-Schutz einer Lasur hängt direkt vom Pigmentgehalt ab – dunklere Farbtöne mit höherem Pigmentanteil schützen deutlich besser vor Vergrauung und Faserabbau als sehr helle oder farblose Lasuren.
- Dünnschichtlasuren müssen wegen ihres geringeren Schutzfilms häufiger nachgestrichen werden als Dickschichtlasuren.
Verwendung
- Dünnschichtlasur: Zäune, Gartenhäuser, Sichtschutzwände, Holzverkleidungen an Fassaden mit nicht maßhaltigen Bauteilen
- Dickschichtlasur: Fenster- und Türrahmen, maßhaltige Bauteile mit Anspruch an hohen Wetterschutz
- Gartenmöbel, bei denen die Holzoptik erhalten bleiben, aber Schutz vor UV-Strahlung und Feuchtigkeit gegeben sein soll
- Restaurierung und Auffrischung bereits lasierter Außenbauteile
Verarbeitung
- Vor dem Lasieren immer prüfen, ob eine bereits vorhandene Altbeschichtung eine Dünn- oder Dickschichtlasur ist – beide Systeme vertragen sich nicht immer miteinander.
- Bei maßhaltigen Bauteilen (Fenster, Türen) grundsätzlich Dickschichtlasur verwenden, bei nicht maßhaltigen Bauteilen (Zäune, Gartenhäuser) Dünnschichtlasur bevorzugen.
- Mehrere dünne Schichten mit ausreichender Zwischentrocknung liefern ein gleichmäßigeres und länger haltbares Ergebnis als eine einzelne dicke Schicht.
- Wartungsintervalle je nach Lasurtyp einplanen: Dünnschichtlasuren früher und häufiger, Dickschichtlasuren seltener, aber mit größerem Aufwand bei vollständigem Neuanstrich.
Technische Daten
| Dünnschichtlasur | zieht ins Holz ein, atmungsaktiv, für nicht maßhaltige Hölzer (Zäune, Gartenhäuser) |
|---|---|
| Dickschichtlasur | lackähnlicher Film, Festkörperanteil über 35 %, besserer Wetterschutz |
| UV-Schutz | durch Pigmentierung – dunklere Farbtöne schützen stärker |
| Wartung | Dünnschicht muss häufiger nachgestrichen werden als Dickschicht |
| Einsatz | Fenster, Türen, Fassaden, Gartenmöbel im Außenbereich |
Fazit
Die Wahl zwischen Dünn- und Dickschichtlasur entscheidet sich vor allem an der Maßhaltigkeit des Bauteils: Bewegliches Holz braucht die atmungsaktive Dünnschicht, maßhaltige Fenster und Türen profitieren vom stärkeren Schutzfilm der Dickschicht. Wer einen vollständig geschlossenen, glänzenden Film bevorzugt, sollte statt einer Lasur zu Bootslack greifen.