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HPL-Kompaktplatte

Schichtstoffplatte· HPL / CGS· EN 438-4 (innen) / EN 438-6 (außen)
VollkernplatteKompaktschichtstoff (CGS)Compact-LaminatHPL-EXT (außen)
HPL-Kompaktplatte

Die HPL-Kompaktplatte (Kompaktschichtstoff, CGS nach EN 438) besteht aus vielen Lagen phenolharzgetränktem Kraftpapier, einer melamingetränkten Dekorlage und einem Overlay, die unter hohem Druck (> 7 MPa) und Hitze zu einer homogenen, selbsttragenden Platte verpresst werden. Sie zählt streng genommen zu den Kunststoffen, wird in der Schreinerei aber mit Holzwerkzeugen bearbeitet.

Aufbau

Ein durchgehender Kern aus verpressten Papierlagen – schwarz oder in der Dekorfarbe durchgefärbt – mit beidseitiger Dekoroberfläche. Varianten: • Innenanwendung (EN 438-4) – Möbel, Trennwände, Arbeitsplatten. • Außenanwendung HPL-EXT (EN 438-6) – UV-stabil, für Fassaden und Balkone. • Spezialtypen: chemikalienbeständig (Labor), elektrostatisch ableitfähig, brandschutzklassifiziert, mit erhöhter Kratzfestigkeit.

Eigenschaften

  • Wasserfest – für Dauerfeuchte und Spritzwasser ohne Kantenschutz geeignet.
  • Sehr schlag-, kratz- und abriebfest, hygienisch, chemikalienbeständig.
  • Selbsttragend ab ~10 mm über kurze Spannweiten – braucht keine Trägerplatte.
  • Schwer (Rohdichte ~1.400 kg/m³) und im Materialpreis hoch.
  • Arbeitet minimal – geringe, aber nicht ganz vernachlässigbare Klimadehnung; Befestigungen als Fest-/Loslager ausführen.
  • Kante ist in Kernfarbe sichtbar und muss nur gebrochen werden.

Verwendung

  • WC- und Umkleide-Trennwände, Duschabtrennungen
  • Nassraum- und Laborzeilen, Arztpraxen, Kliniken
  • Küchenarbeitsplatten und Waschtische
  • Fassadenbekleidung, Balkonbrüstungen, Vordächer (HPL-EXT)
  • Möbelfronten und Tischplatten mit hoher Beanspruchung
  • Sitzbänke, Spinde, Objektmöbel im öffentlichen Bereich

Verarbeitung

  • Werkzeuge: Hartmetall nur für gelegentliche Schnitte – für saubere, standfeste Ergebnisse diamantbestückte (DP) Sägeblätter und Fräser.
  • Zuschnitt mit Vorritzsäge, geringer Vorschub; Schnittkanten werden heiß.
  • Kanten mit DP-Fräser brechen (Fase/Radius) und mit Scotch-Brite mattieren – keine weitere Behandlung nötig.
  • Bohren mit HM-/DP-Bohrern, kleine Drehzahl; Langlöcher für Klimadehnung vorsehen.
  • Befestigen mit sichtbaren Edelstahl-Verschraubungen (Fest-/Loslager), Klemmprofilen oder Klebe-/Nietsystemen der Fassadenhersteller.
  • Nicht flächig verkleben auf sperrende Untergründe – die Platte muss sich bewegen können.

Technische Daten

Rohdichte≥ 1.350 kg/m³ (typ. 1.350–1.450)
Dickenquellung / Wasseraufnahmenahezu null, wasserfest
Biegefestigkeit> 80 N/mm²
Biege-E-Modul≈ 9.000–12.000 N/mm²
Oberflächebeidseitig Dekor, durchgefärbter oder schwarzer Kern
Brandverhaltenje nach Typ B-s2,d0 möglich
Lieferdicken2–13 mm (Standard 6 · 8 · 10 · 12 · 13; bis 30)
Formatbis 4100 × 1854 mm

Fazit

Die HPL-Kompaktplatte ist der kompromisslose Werkstoff für nass, hart und hygienisch: Sanitärtrennwände, Laborzeilen, Fassaden. Der Preis sind hohe Material- und Werkzeugkosten (DP-Bestückung) und das Gewicht. Wo es nur um eine schwarze Sichtkante im Trockenbereich geht, reicht die günstigere CDF.