Die Röhrenspanplatte entsteht im Strangpressverfahren: das Span-Leim-Gemisch wird durch eine beheizte Düse gepresst, während Dorne durchgehende Hohlräume (Röhren) in Längsrichtung ausbilden. So entsteht eine dicke, aber leichte und sehr preiswerte Platte, deren Späne senkrecht zur Plattenebene liegen. Ihr Haupteinsatzgebiet ist die Mittellage von Innentüren.
Aufbau
Ein Plattenstrang mit gleichmäßig verteilten Längsröhren, meist beidseitig mit HDF oder einer dünnen Spanplatte gedeckt. Die Späne stehen quer zur Fläche – dadurch ist die Platte in Plattenebene weich, aber in Dickenrichtung druckstabil. Ohne Deckschichten hat sie keine nutzbare Eigenfestigkeit.
Eigenschaften
- Leicht – rund 30–40 % geringeres Gewicht als eine Vollspanplatte gleicher Dicke.
- Nicht tragend, geringe Biege- und Querzugfestigkeit.
- Gute Schall- und Wärmedämmwerte durch die Lufträume.
- Formstabil in der Fläche, solange die Deckschichten intakt sind.
- Beschläge (Bänder, Schlösser) müssen in massive Einleimer oder Schließ- und Bandtaschen gesetzt werden – im Röhrenbereich hält nichts.
Verwendung
- Mittellage von stumpf einschlagenden und gefälzten Innentüren
- leichte, nicht tragende Trennwände und Raumteiler
- Blindböden und Hohlraumfüllungen
- Möbelrückwände in Leichtbauweise (selten)
Verarbeitung
- Zuschnitt vor dem Belegen mit den Deckschichten; nach dem Auftrennen liegen die Röhren offen.
- Kanten und Beschlagbereiche mit passgenauen Massivholz- oder Spanholzleisten ausfüllen (Bandtaschen, Schließkasten, Griffbereich).
- Deckschichten vollflächig verpressen – die Platte lebt von der Verbundwirkung.
- Verschrauben nur in Einleimern; freie Röhren geben keinen Halt.
Technische Daten
| Rohdichte | 400–550 kg/m³ |
|---|---|
| Biegefestigkeit | gering (≈ 4–6 N/mm²), nicht tragend |
| Röhrendurchmesser | ca. 15–25 mm, längslaufend |
| Emissionsklasse | E1 |
| Lieferdicken | 28–50 mm (Standard 40 mm für Türblätter) |
| Format | auf Türblattmaß konfektioniert |
Fazit
Die Röhrenspanplatte ist ein Spezialist: als Türblattmittellage unschlagbar leicht und günstig, sonst kaum verwendbar. Wer eine leichte, aber tragfähige Platte sucht, ist mit einer Wabenplatte oder Tischlerplatte besser bedient. Für den Türenbauer bleibt sie der Standardkern – vorausgesetzt, alle Beschlag- und Kantenbereiche werden sauber ausgefüllt.
