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Wabenplatte

Verbundwerkstoff· LBP· keine eigene Produktnorm (Deckschichten nach EN 312 / EN 622)
LeichtbauplatteSandwichplatteHoneycomb-PlatteRöhrenspan-Alternative
Wabenplatte

Die Wabenplatte ist ein Leichtbau-Sandwich: zwei dünne, feste Deckschichten (meist HDF oder Dünnspanplatte) sind auf einen leichten Kern aus einer Kraftpapier-Wabe verklebt. So entstehen sehr dicke, optisch massive Bauteile bei einem Bruchteil des Gewichts – zum Preis einer aufwendigeren Verbindungstechnik.

Aufbau

• Deckschichten 3–8 mm, roh oder direkt beschichtet (Melamin, Folie, Furnier). • Wabenkern aus expandiertem Kraftpapier; die Zellen stehen senkrecht zur Fläche und tragen Druck ab. • Umlaufende Rahmenleisten (Einleimer) aus Span- oder Massivholz nehmen Beschläge, Kanten und Schrauben auf. • Zusätzliche Verstärkungsklötze an geplanten Beschlag- und Bohrpositionen. Werkseitige „Framed"-Platten haben Rahmen und Klötze bereits eingebaut; rohe Platten müssen selbst ausgefüttert werden.

Eigenschaften

  • Sehr leicht – erleichtert Transport, Montage und Hängemöbel.
  • Formstabil und biegesteif über die Sandwichwirkung.
  • Druckempfindlich punktuell: ein Schlag auf die Fläche drückt die dünne Deckschicht ein.
  • Beschläge und Verbindungen halten nur in Einleimern/Klötzen oder mit Spezialbeschlägen (Spreizdübel für Hohlräume).
  • Kanten müssen umlaufend mit Rahmenleiste geschlossen sein.
  • Nicht für tragende Konstruktionen oder Nassbereiche.

Verwendung

  • Große, leichte Tischplatten und Arbeitsflächen (30–50 mm Ansicht)
  • Schrankwangen, Deckplatten, Regalseiten mit massiver Optik
  • Innentüren in Leichtbauweise
  • Messe-, Laden- und Ausstellungsbau, transportable Möbel
  • Blenden, Sockel und Verkleidungen mit optischer Tiefe

Verarbeitung

  • Zuschnitt grundsätzlich nur bis an geplante Rahmenkanten; nach dem Auftrennen liegt die Wabe offen und muss mit einer Einleimleiste (formatgleich zur Kernhöhe) geschlossen werden.
  • Einleimer einkleben, verpressen, dann Kante wie bei Vollplatte belegen.
  • Beschlagpositionen vorab festlegen und mit Klötzen ausfüttern – nachträglich ist das kaum möglich.
  • Bohren/Schrauben nur in Rahmen/Klötze oder mit Hohlraumbeschlägen (z. B. Spreizanker, Metallhülsen).
  • Beschichten beidseitig gleich, sonst verzieht sich das Sandwich.

Technische Daten

Gesamt-Rohdichte200–350 kg/m³
DeckschichtenHDF · MDF · Dünnspan, 3–8 mm
KernKraftpapier-Wabe (Zellweite 8–30 mm), auch Schaum
Gewichtsersparnis50–70 % gegenüber Vollspanplatte gleicher Dicke
EmissionsklasseE1 (Deckschichten + Kleber)
Lieferdicken38–50 mm (Sonderdicken bis 80 mm)
Formatbis 2800 × 2070 mm

Fazit

Die Wabenplatte spielt ihre Stärke bei großen, dicken, aber leichten Bauteilen aus – Schwebemöbel, XXL-Tischplatten, Messebau. Der Mehraufwand steckt in der Planung: Beschlag- und Kantenbereiche müssen von Anfang an mit Massivholz ausgefüttert sein. Wo frei gebohrt und geschraubt werden soll, ist eine Vollplatte die einfachere Wahl.