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Flachdübelverbindung

Dübeltechnik· Lamello
LamelloNutplättchenBiscuit Joint

Bei der Flachdübelverbindung – nach dem Erfinder des Systems auch „Lamello“ genannt – werden ovale, aus verdichtetem Buchenholz gepresste Plättchen in passgenaue, bogenförmige Nuten beider Werkstücke eingeleimt. Die Plättchen quellen beim Kontakt mit dem Leim leicht auf und verspannen sich in der Nut, was der Verbindung zusätzlichen Halt gibt.

Aufbau

Die Nuten werden mit einer Flachdübelfräse (Nutfräse) eingebracht, deren Kreissägeblatt in einem definierten Bogen ein- und wieder ausschwenkt – daher die charakteristische ovale statt runde Nutform. Die Plättchen selbst gibt es in den Standardgrößen 0, 10 und 20 sowie dem größeren Format S6, jeweils mit fester Zuordnung von Länge, Breite und passender Nuttiefe. Ein spezielles Fräsblatt mit 100 mm Durchmesser ist für alle vier Größen ausreichend, lediglich der Frästisch muss auf die jeweilige Nuttiefe eingestellt werden.

Eigenschaften

  • Sehr schnell zu verarbeiten: Nuten fräsen, Leim einbringen, Plättchen einsetzen, zusammenpressen – deutlich zügiger als Zapfen oder Zinken.
  • Dient primär der Ausrichtung (Flucht) zweier Werkstücke beim Verleimen, weniger der reinen Zugfestigkeit – bei stark zugbelasteten Ecken sind Domino oder Zapfen tragfähiger.
  • Das Plättchen quillt beim Leimkontakt geringfügig auf und verspannt sich in der Nut – dieser Effekt wirkt nur bei ausreichender offener Zeit vor dem Zusammenpressen.
  • Größe 0 eignet sich für dünne Werkstücke ab ca. 10–12 mm, Größe 20 und S6 für kräftigere Rahmen- und Korpusteile.

Verwendung

  • Verleimen von Massivholzplatten aus mehreren Brettern (Ausrichthilfe gegen Höhenversatz)
  • Eckverbindungen an Korpussen und Gehrungen in Plattenwerkstoffen
  • Rahmenverbindungen bei Möbelfronten, wo Größe 0 oder 10 wegen der geringen Bauteildicke gebraucht wird
  • Schnelle Serienverbindungen im Ladenbau und bei Messeständen

Verarbeitung

  • Anriss der Plättchenmitte auf beiden Werkstücken exakt fluchtend markieren – die Fräse wird an dieser Markierung angesetzt.
  • Bei dünnen Werkstücken (unter 16 mm) Größe 0 verwenden, um ein Durchbrechen der Nut zur Oberfläche zu vermeiden.
  • Leim in die Nut geben, Plättchen einsetzen und zügig zusammenfügen – zu lange Wartezeit lässt das Plättchen bereits vorquellen und erschwert das Fügen.
  • Für Gehrungsverbindungen die Fräse mit Winkelanschlag führen, damit die Nut senkrecht zur Gehrungsfläche liegt.

Technische Daten

Größe 0ca. 47 × 15 × 4 mm · Nuttiefe 8 mm
Größe 10ca. 53 × 19 × 4 mm · Nuttiefe 10 mm
Größe 20ca. 56 × 23 × 4 mm · Nuttiefe 12 mm
Größe S6ca. 85 × 30 × 4 mm · Nuttiefe 15 mm
Fräsblatt-Ø100 mm (Standard-Nutfräser)
Mindestmaterialdickeab ca. 10–12 mm (Größe 0)

Fazit

Die Flachdübelverbindung ist die schnellste Methode, um Werkstücke unsichtbar und exakt fluchtend zu verbinden – ideal als Ausrichthilfe beim Verleimen und für Verbindungen mit moderater Belastung. Wo hohe Zugkräfte auftreten (z. B. stark beanspruchte Rahmenecken), ist die Domino- oder Zapfenverbindung mit ihrer größeren, formschlüssigeren Kontaktfläche die tragfähigere Wahl.