schreiner.digitalschreiner.digital – Startseite
← Betrieb & Recht

Lagerverwaltung & Materialfluss

Zu viel Lagerbestand bindet Kapital und Platz, zu wenig führt zu Wartezeiten und Eilbestellungen – eine durchdachte Bevorratung und kurze Wege in der Werkstatt liegen dazwischen.

Material nach Wert und Verbrauch einteilen (ABC-Analyse)

Nicht jedes Material verdient denselben Kontrollaufwand – die ABC-Analyse teilt Lagerartikel nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ein:

Kategorie

A-Teile

Merkmal
Hoher Wert oder Verbrauch (z. B. häufig genutzte Plattenware, teure Beschläge)
Umgang
Genau disponieren, Bestand eng überwachen

Kategorie

B-Teile

Merkmal
Mittlerer Wert oder Verbrauch
Umgang
Regelmäßig prüfen, mit etwas Sicherheitsbestand

Kategorie

C-Teile

Merkmal
Geringer Wert, aber oft hohe Stückzahl (z. B. Schrauben, Dübel, Schleifmittel)
Umgang
Großzügiger Mindestbestand, seltener zählen

Kurze Wege in der Werkstatt

Neben der reinen Bevorratung entscheidet die räumliche Anordnung über die Effizienz: Liegt das Plattenlager nah am Zuschnitt und der Beschlagbestand nah an Montage und Endmontage, entfallen unnötige Transportwege. Ein Zwischenlager für halbfertige Teile lohnt sich nur, wenn dadurch tatsächlich Wartezeiten an Maschinen vermieden werden – ansonsten bindet es nur zusätzlich Fläche.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Mindestbestand und Meldebestand?

Der Mindestbestand (auch eiserne Reserve) ist die Menge, die keinesfalls unterschritten werden sollte, um trotz Lieferverzögerungen weiterarbeiten zu können. Der Meldebestand liegt darüber und markiert den Punkt, an dem eine neue Bestellung ausgelöst wird – er berücksichtigt zusätzlich die übliche Lieferzeit des Materials.

Lohnt sich eine ABC-Analyse auch für einen kleinen Betrieb?

Ja, auch in vereinfachter Form: Schon eine grobe Einteilung in „wenige teure Teile genau im Blick behalten“ und „viele günstige Teile großzügig bevorraten“ verhindert, dass Kapital in überflüssigen Beständen teurer Ware gebunden wird, während günstiges Verbrauchsmaterial plötzlich fehlt.

Wie wirkt sich der Materialfluss auf die Fertigungszeit aus?

Jeder unnötige Weg – etwa wenn Plattenware quer durch die Werkstatt zur Säge und danach wieder zurück zur Kantenanleimmaschine transportiert werden muss – kostet Zeit, ohne dem Werkstück einen Mehrwert hinzuzufügen. Eine Werkstatt, deren Maschinen in der tatsächlichen Bearbeitungsreihenfolge angeordnet sind, reduziert solche Leerwege spürbar.

Weiterführend

Wie Material- und Zeitbedarf in die Kalkulation einfließen, zeigt die Auftragskalkulation, wie Aufträge in der Werkstatt eingeplant werden, die Arbeitsvorbereitung.