Möbelschlösser sichern Türen, Schubkästen und Klappen gegen unbefugtes Öffnen. Von außen sieht man nur den Schließzylinder in der Front, innen sitzt der Schlosskasten mit dem Riegel. Beim Abschließen fährt der Riegel aus und greift hinter ein Schließteil am Korpus.
Aufbau
- Schließzylinder – sitzt in einer Bohrung der Front, außen mit einer Rosette. Bei Wechselkern-Zylindern lässt sich der Kern mit einem Montageschlüssel herausziehen und gegen einen anderen tauschen.
- Schlosskasten – enthält den Riegel. Er wird auf die Rückseite der Front geschraubt oder in die Front eingelassen.
- Schließteil – Schließblech, Schließwinkel oder Schließkloben am Korpus, hinter das der Riegel greift.
Die wichtigsten Bauformen:
- Aufschraubschloss – der Schlosskasten wird auf die Rückseite geschraubt. Einfach zu montieren, innen sichtbar.
- Einlassschloss – der Schlosskasten sitzt in einer Fräsung in der Front, an der Kante bleibt nur das Stulpblech sichtbar.
- Drehstangenschloss – das Schloss bewegt zwei Stangen nach oben und unten, die oben und unten verriegeln. Gut für hohe Türen, die sich sonst an den Ecken aufziehen lassen.
- Zentralverschluss – ein Schloss verriegelt über eine Stange alle Schubkästen eines Schranks auf einmal, etwa bei Rollcontainern und Büroschränken.

Eigenschaften
- Möbelschlösser schützen vor neugierigem Zugriff, nicht vor Einbruch. Für Wertsachen gibt es Tresore und zertifizierte Behältnisse.
- Gleichschließende Zylinder öffnen mehrere Schlösser mit einem Schlüssel; mit einem Hauptschlüssel lassen sich unterschiedlich schließende Schlösser zusätzlich zentral öffnen.
- Wechselkerne machen es einfach, nach einem Schlüsselverlust nur den Kern zu tauschen statt das ganze Schloss.
- Das Dornmaß legt fest, wie weit die Zylinderbohrung von der Kante entfernt ist. Bei einstellbaren Schlössern lässt es sich an die Front anpassen.
- Neben mechanischen Schlössern gibt es elektronische Möbelschlösser mit Code, Karte oder Chip, etwa für Spinde und Büromöbel.
Verwendung
- Schreibtische, Rollcontainer und Büroschränke
- Spinde, Garderoben- und Wertfächer
- Vitrinen und Sammlerschränke
- Schränke für Medikamente oder Reinigungsmittel, die Kinder nicht öffnen sollen
Verarbeitung
- Frontdicke, Dornmaß und Anschlag (rechts, links oder Schubkasten) vor der Bestellung klären.
- Die Zylinderbohrung genau im Dornmaß und senkrecht bohren, Durchmesser nach Herstellerangabe.
- Das Schließteil erst setzen, wenn Tür oder Schubkasten eingestellt sind – dann sitzt der Riegel sauber dahinter.
- Bei mehreren Schlössern in einem Möbel gleichschließende Zylinder oder eine Schließanlage gleich mitbestellen.
Technische Daten
| Bauformen | Aufschraubschloss, Einlassschloss, Drehstangenschloss, Zentralverschluss für Schubkastenschränke |
|---|---|
| Dornmaß | Abstand Zylindermitte zur Schlosskante, z. B. 15–40 mm, bei manchen Schlössern einstellbar |
| Zylinder | häufig Ø 18 oder 22 mm, für Zentralverschlüsse auch größer |
| Frontdicke | Zylinderlänge passend zur Front, z. B. für 13–30 mm |
| Schließung | verschiedenschließend, gleichschließend oder mit Hauptschlüssel · Wechselkerne zum Umstellen |
| Anschlag | für rechts, links oder Schubkasten – teils umstellbar |
Fazit
Ein Möbelschloss ist schnell eingebaut, wenn Frontdicke, Dornmaß und Anschlag stimmen. Aufschraubschlösser sind die einfache Lösung, Einlassschlösser die unauffällige, Drehstangen- und Zentralverschlüsse sichern mehrere Punkte oder Schubkästen auf einmal.
