Schrankaufhänger tragen Oberschränke an der Wand. Sie sitzen verdeckt in den oberen hinteren Ecken des Korpus, ihr Haken greift hinter der Rückwand in eine Schiene an der Wand. Weil der Schrank nur eingehängt wird, lässt er sich bei der Montage leicht ansetzen und danach von vorn genau ausrichten.
Aufbau
- Aufhänger – ein Gehäuse aus Kunststoff oder Stahl, das innen an die Korpusseite geschraubt wird, meist mit einer Abdeckkappe.
- Haken – ragt hinter die Rückwand und greift in die Aufhängeschiene oder hinter einen Schraubhaken.
- Stellschrauben – eine für die Höhe, eine für die Tiefe (wie fest der Schrank an die Wand gezogen wird).
- Aufhängeschiene – ein Stahlprofil, das waagerecht an die Wand geschraubt wird. Mehrere Schränke können an einer Schiene hängen.
Damit Schiene und Haken Platz haben, ist die Rückwand meist um etwa 20 mm nach vorn versetzt. Es gibt auch Aufhänger, die hinter der Rückwand sitzen und nur an Leisten eingehängt werden.

Auf dem Titelbild ist die Rückwand zeichnerisch aufgeschnitten, damit man Haken und Schiene sieht.
Eigenschaften
- Höhe und Tiefe lassen sich nach dem Einhängen von vorn einstellen – so werden mehrere Oberschränke bündig ausgerichtet.
- Die Tragkraft wird unterschiedlich angegeben: pro Stück, pro Paar oder pro Schrank. Beim Vergleich genau hinsehen.
- Die tatsächliche Belastbarkeit hängt auch von der Wand, den Dübeln und der Korpuskonstruktion ab – darauf hat der Beschlaghersteller keinen Einfluss.
- EN 15939 legt Prüfungen für Festigkeit und Belastbarkeit von Wandbefestigungsbeschlägen fest. Die Befestigung in der Wand gehört nicht dazu.
- Viele Aufhänger haben eine Aushängesicherung, damit der Schrank nicht versehentlich aus der Schiene gehoben wird.
Verwendung
- Oberschränke in Küche und Bad
- Hängeschränke und Hängeregale im Wohnbereich
- Büro- und Werkstattschränke an der Wand
- Mehrere Schränke in einer Reihe an einer durchgehenden Schiene
Verarbeitung
- Schrauben und Dübel passend zum Wandbaustoff wählen; bei Leichtbau- und Hohlwänden besondere Befestigungen verwenden oder in Ständer bzw. Unterkonstruktion schrauben.
- Die Schiene mit Wasserwaage oder Laser waagerecht anreißen und befestigen.
- Die Aufhänger mit den vorgesehenen Schrauben fest im Korpus verschrauben, bei Spanplatte in der Seite und nicht nur in der Rückwand.
- Schwere Oberschränke, etwa mit Geschirr, mit Reserve auslegen und die Tragkraftangabe des Herstellers einhalten.
Anleitung: Oberschrank aufhängen
Schiene setzen, einhängen, ausrichten
- 1
Höhe festlegen
Die Oberkante der Schränke festlegen und daraus die Höhe der Schiene ableiten (Maß aus der Montageanleitung des Aufhängers).
- 2
Schiene montieren
Die Schiene waagerecht anreißen, Löcher bohren und mit passenden Dübeln und Schrauben fest verschrauben.
- 3
Aufhänger einbauen
Die Aufhänger in die oberen hinteren Ecken des Korpus schrauben und die Stellschrauben in Mittelstellung bringen.
- 4
Schrank einhängen
Den Schrank anheben, mit den Haken über die Schiene setzen und absenken. Falls vorhanden, die Aushängesicherung schließen.
- 5
Ausrichten und verbinden
Mit den Stellschrauben Höhe und Tiefe einstellen, bis alle Schränke bündig sind. Danach benachbarte Schränke miteinander verschrauben.
Technische Daten
| Aufbau | Aufhänger in den oberen hinteren Korpusecken, Haken greift in eine Aufhängeschiene oder einen Schraubhaken |
|---|---|
| Tragkraft | je nach Modell etwa 45–130 kg – angegeben pro Stück, pro Paar oder pro Schrank |
| Verstellung | Höhe meist ±7 bis ±12 mm, Tiefe etwa 10–25 mm, von vorn mit dem Schraubendreher |
| Aufhängeschiene | Stahl verzinkt, als Meterware zum Ablängen |
| Rückwand | meist um etwa 20 mm zurückgesetzt, damit Schiene und Haken dahinter Platz haben |
| Norm | EN 15939: Festigkeit und Belastbarkeit von Wandbefestigungsbeschlägen |
Fazit
Schrankaufhänger machen das Aufhängen von Oberschränken einfach und lassen sich danach fein ausrichten. Die Sicherheit hängt aber nicht nur am Beschlag: Wand, Dübel und Verschraubung im Korpus müssen die Last genauso tragen.
