Schiebetüren laufen seitlich am Korpus entlang, statt aufzuschwenken. Davor braucht es keinen Platz – ideal für schmale Räume, breite Sideboards und Schränke, vor denen etwas steht. Der Beschlag besteht aus Laufschiene, Laufwerken an der Tür und einer Führung, die die Tür gerade hält.
Aufbau
- Laufschiene – ein Profil aus Aluminium oder Kunststoff, bei zwei Türen hintereinander mit zwei Spuren.
- Laufwerke – Rollen in einem Gehäuse, die an die Tür geschraubt werden. Viele lassen sich in der Höhe einstellen.
- Führung – die zweite Schiene (oben oder unten) hält die Tür in der Spur, damit sie nicht pendelt.
- Stopper und Einzug – begrenzen den Weg und ziehen die Tür in den Endlagen gedämpft zu.
Nach dem Prinzip unterscheidet man:
- Obenlaufend – die Tür hängt mit ihren Laufwerken in der oberen Schiene, unten wird sie nur geführt. Sie läuft leicht und der untere Bereich bleibt frei.
- Untenlaufend – das Türgewicht liegt auf der unteren Schiene, oben wird nur geführt. Gut für schwere Türen.
Und nach der Lage der Türen:
- Vorlaufend – die Türen laufen vor dem Korpus und decken die Seiten ab.
- Einlaufend – die Türen laufen zwischen den Korpusseiten, in Schienen oder Nuten in Ober- und Unterboden.
- Flächenbündig – geschlossen liegen beide Türen in einer Ebene. Beim Öffnen fährt eine Tür erst nach vorn und dann vor die andere; dafür braucht es spezielle Beschlagsysteme.

Eigenschaften
- Keine Schwenkfläche vor dem Schrank – Schiebetüren passen auch in enge Räume und vor Möbel, die davorstehen.
- Es ist immer nur ein Teil des Schranks offen. Bei zwei Türen kommt man nie gleichzeitig an beide Hälften.
- Lauf- und Führungsschienen müssen exakt parallel und gerade sitzen, sonst läuft die Tür schwer oder springt aus der Spur.
- Die Tür muss gerade und formstabil sein. Hohe, schmale Massivholztüren können sich verziehen und dann klemmen.
- Das zulässige Türgewicht hängt vom System, vom Profilmaterial und von der Zahl der Laufwerke ab.
Verwendung
- Sideboards, Lowboards und Medienmöbel
- Kleiderschränke und Schränke in Nischen oder Durchgangsbereichen
- Büro- und Aktenschränke
- Vitrinen mit Glasschiebetüren (mit eigenen Glas-Laufwerken)
Verarbeitung
- Schienen mit Lehre oder Anschlag exakt parallel und im richtigen Abstand zur Korpuskante montieren.
- Türgewicht prüfen und das passende System bzw. die passende Zahl Laufwerke wählen.
- Bei vorlaufenden Türen die Überdeckung in der Mitte einplanen, damit man nicht in den Schrank sieht.
- Nach dem Einhängen die Höhe einstellen, bis die Türen parallel zum Korpus und zueinander stehen, dann Stopper und Einzüge setzen.
Technische Daten
| Bauformen | obenlaufend (Laufwerke oben, unten nur Führung) · untenlaufend (Gewicht auf der unteren Schiene) |
|---|---|
| Lage der Türen | vor dem Korpus (vorlaufend), zwischen den Seiten (einlaufend) oder flächenbündig in einer Ebene |
| Türgewicht | je nach System etwa 10 bis 50 kg je Tür |
| Spuren | einspurig oder doppelspurig für zwei Türen hintereinander |
| Ausstattung | je nach System Einzug mit Dämpfung, Aushebesicherung, Höhenverstellung am Laufwerk |
| Material | Lauf- und Führungsprofile aus Aluminium oder Kunststoff, Laufrollen meist aus Kunststoff |
Fazit
Schiebetürbeschläge sind die Lösung, wenn vor dem Möbel kein Platz zum Aufschwenken ist. Sie verlangen eine genaue Montage und formstabile Türen, dann laufen sie leicht und leise. Wer Fronten lieber nach oben öffnet, findet beim Klappenbeschlag die passende Lösung.
