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Zementgebundene Spanplatte

Spanwerkstoff· ZSP· EN 634-1 / EN 634-2
ZementspanplatteZementgebundene Holzspanplattecement-bonded particleboard
Zementgebundene Spanplatte

Die zementgebundene Spanplatte ersetzt das übliche Kunstharz durch Portlandzement als Bindemittel. Die Holzspäne werden damit ummantelt und unter Druck zu einer glatten, zementgrauen Platte verpresst. Das mineralische Bindemittel macht die Platte deutlich schwerer als jede harzverleimte Spanplatte, dafür aber witterungsfest, praktisch unverrottbar und in vielen Fällen sogar für Brandschutzanforderungen geeignet, die reine Holzwerkstoffe sonst nicht erfüllen.

Aufbau

Zerkleinerte Holzspäne werden mit Zement und Wasser vermischt und ein- oder mehrschichtig zu einer Platte verpresst. Die glatte, mattgraue Oberfläche kann roh, grundiert oder durchgefärbt beschichtet bleiben; mehrschichtige Ausführungen kombinieren eine feinspanige Deckschicht mit einer gröberen Kernlage. Als Verbundwerkstoff wird die Platte auch mit einer aufgebrachten Hartschaum-Dämmschicht angeboten, wenn zusätzlich zum Brand- auch Wärmeschutz gefragt ist.

Eigenschaften

  • Witterungsbeständig und weitgehend resistent gegen Frost, Insekten- und Pilzbefall – der Zementanteil bindet die Holzspäne dauerhaft.
  • Schwer entflammbar bis nicht brennbar, je nach Rezeptur und Rohdichte – oft dort gefragt, wo reine Holzwerkstoffe an ihre Brandschutzgrenze stoßen.
  • Deutlich schwerer als jede vergleichbare Spanplatte (etwa doppeltes Gewicht) – Unterkonstruktion und Beschlagauslegung entsprechend planen.
  • Diffusionshemmend und feuchtestabil, dadurch als Dampfbremse einsetzbar.
  • Spröder als harzgebundene Spanplatte – Kanten und Ecken brechen bei unsachgemäßer Handhabung eher aus.
  • Hart und stumpfend für die Werkzeugschneide, ähnlich wie bei anderen mineralisch gebundenen Platten.

Verwendung

  • Fassadenbekleidung und hinterlüftete Vorhangfassaden
  • Dach-, Decken- und Wandschalungen im Holzbau mit erhöhten Brandschutzanforderungen
  • Nassräume und Bauteile mit Dauerfeuchtebelastung
  • Bodenaufbauten in feuchtebelasteten Bereichen (Keller, Nebenräume)
  • Bauteile, für die eine Einstufung als schwer entflammbar oder nicht brennbar gefordert ist

Verarbeitung

  • Zuschnitt mit Hartmetall- oder diamantbestückten Sägeblättern; der mineralische Anteil stumpft normale HM-Blätter schnell ab.
  • Hohe Staubbelastung beim Sägen und Fräsen – konsequent absaugen, Atemschutz tragen.
  • Vorbohren vor dem Verschrauben, sonst platzt die spröde Kante aus.
  • Beschichten und Streichen nur mit mineralisch verträglichen Systemen (Herstellerangaben beachten); manche Anstriche reagieren mit dem alkalischen Zement.
  • Gewicht beim Transport und bei der Montage einplanen – je nach Format zu zweit oder mit Hebehilfe.

Technische Daten

Rohdichte≈ 1.200 kg/m³
Biegefestigkeit≥ 9 N/mm² (Mindestwert nach EN 634-2)
Wärmeleitfähigkeit≈ 0,23 W/mK
Brandverhaltenschwer entflammbar bis nicht brennbar (Baustoffklasse A2, je nach Spezifikation)
Feuchte-/Schädlingsbeständigkeitfrost-, insekten- und pilzbeständig
Lieferdicken8–40 mm
Format625–1250 × 2600–3350 mm

Fazit

Die zementgebundene Spanplatte ist die schwere, aber unverwüstliche Antwort auf Witterung, Feuchte und Brandschutz – ein Spezialist für Fassade und Nassbereich, nicht für den leichten Möbelbau. Wo Gewicht keine Rolle spielt und Dauerhaftigkeit zählt, spielt sie ihre Stärken aus; für Korpusse und Fronten bleiben Spanplatte, MDF oder Multiplex die praktischere Wahl.