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KI in der Ausbildung

Auszubildende nutzen KI-Assistenten längst – oft ohne Regeln. Richtig eingesetzt sind sie ein geduldiger Nachhilfelehrer; falsch eingesetzt liefern sie fehlerhafte Rechenwege oder ein Berichtsheft, das niemand selbst geschrieben hat. Was für Azubis und Ausbilder gilt.

Wo KI beim Lernen hilft

Fachbegriffe erklären lassen

„Erkläre mir den Unterschied zwischen Tischlerplatte und Massivholzplatte, als wäre ich im ersten Lehrjahr.“ Nachfragen ist ausdrücklich erlaubt – die KI wird nicht ungeduldig.

Übungsfragen erstellen

Zu jedem Prüfungsthema lassen sich Fragen mit Lösungen erzeugen. Lösungen mit Fachbuch oder Ausbilder abgleichen.

Fachrechnen Schritt für Schritt

Die KI kann Rechenwege erklären – Ergebnisse aber immer selbst nachrechnen, denn gerade bei Rechnungen macht sie Fehler.

Lernplan aufstellen

Aus Prüfungstermin und Themenliste wird ein Plan für die nächsten Wochen – mit Wiederholungen vor der Prüfung.

Wo Vorsicht gilt

  • Fachinhalte und Rechenwege können falsch sein – immer mit Fachbuch, Tabellenbuch oder Ausbilder abgleichen.
  • Normen und Vorschriften werden mitunter erfunden.
  • Sicheres Arbeiten an Maschinen lernt man aus Betriebsanweisung und Unterweisung, nicht aus einem Chat.
  • In Prüfungen und bei Prüfungsarbeiten ist KI nur erlaubt, wenn es ausdrücklich zugelassen ist – im Zweifel beim Prüfungsausschuss oder der Handwerkskammer nachfragen.

Das Berichtsheft

Der Ausbildungsnachweis ist Pflicht und Voraussetzung für die Zulassung zur Gesellenprüfung. Geführt wird er vom Auszubildenden selbst, der Ausbilder zeichnet ihn ab. KI darf beim Formulieren helfen – die Inhalte müssen aber aus der eigenen Woche stammen. Ein brauchbarer Auftrag lautet zum Beispiel:

Formuliere aus meinen Stichpunkten einen Berichtsheft-Eintrag für diese Woche. Füge keine Tätigkeiten hinzu, die nicht in meinen Stichpunkten stehen, und markiere Stellen, an denen dir Angaben fehlen.

Stichpunkte: …

Was Ausbilder regeln sollten

  • Auszubildende gehören zum Personal, dessen KI-Kompetenz der Betrieb nach der KI-Verordnung fördern muss – sie werden deshalb wie alle anderen eingewiesen. Die KI-Richtlinie gilt auch für sie.
  • Lernfragen und Unterweisungen lassen sich mit den Masterprompts für die Ausbildung schnell vorbereiten – fachlich prüfen bleibt Pflicht.
  • Eine gute Übung: KI-Antworten gemeinsam auf Fehler prüfen. Wer Fehler findet, hat das Thema verstanden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Darf mein Azubi das Berichtsheft mit KI schreiben?

Als Formulierungshilfe für eigene Stichpunkte ja – etwa um aus Notizen ganze Sätze zu machen oder Rechtschreibfehler zu korrigieren. Die Inhalte müssen aber stimmen und vom Auszubildenden selbst stammen. Tätigkeiten, die es nicht gab, darf die KI nicht ergänzen; der Ausbilder bestätigt mit seiner Unterschrift, dass der Nachweis stimmt.

Dürfen Auszubildende unter 18 KI-Werkzeuge nutzen?

Viele KI-Dienste haben Altersgrenzen – teils 18 Jahre, teils jünger mit Zustimmung der Eltern. Bei minderjährigen Auszubildenden deshalb die Nutzungsbedingungen prüfen. Stellt der Betrieb einen Business-Zugang bereit, regelt er die Nutzung selbst.

Ist KI in der Berufsschule erlaubt?

Das entscheidet die Berufsschule bzw. die einzelne Lehrkraft. Bei Hausaufgaben und Projektarbeiten gilt meist: Hilfe ja, abschreiben nein – im Zweifel nachfragen.

Mehr zum Thema KI

Alle Angaben ohne Gewähr. Für Prüfungen gelten die Regeln der zuständigen Handwerkskammer und des Prüfungsausschusses.